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Beauty und Wellness => Entspannungsverfahren => Thema gestartet von: Britta am 22. Oktober 2002, 15:49:23



Titel: autogenes training
Beitrag von: Britta am 22. Oktober 2002, 15:49:23
Was ist Autogenes Training (AT)?

Das Autogene Training ist ein Verfahren der konzentrativen Selbstentspannung und wurde in den dreißiger Jahren von dem Berliner Nervenarzt Johannes H. Schultz entwickelt.
Dieses „Selbstwerdungsprogramm“ (autogen kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie „ aus sich selbst entstehend“) verhilft durch einfache Übungen zu einem Zustand der tiefen Entspannung und ist dadurch besonders hilfreich für stressgeplagte (und wer ist das heute nicht?) oder unter vegetativen oder psychsomatischen Störungen leidende Menschen.
Effekte des AT sind neben Entspannung und Beruhigung auch das Beheben von Schlafstörungen, die Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, die Beeinflussung des Schmerzempfindens, der Dämpfung überschießender Emotionen (z.B. Angst), eine besseres Körperempfinden und das positive Beeinflussen von Abhängigkeiten (z.B. Rauchen). Diese Liste ließ sich noch fortsetzten, eins jedoch ist dabei immer zu beachten: es ist ein Training und das bedeutet (wie das Wort schon sagt) es muß trainiert werden. Von allein und einfach so passiert auch beim Autogenen Training nichts!
Aus diesem Grund ist das AT auch ein gutes Mittel, um mehr Eigenverantwortung zu üben und zu erlernen – wie bei vielen naturheilkundlichen Methoden steht also auch hier wieder die „Hilfe zur Selbsthilfe“ im Vordergrund.

Fortsetzung folgt


Titel: Wie funktioniert das Autogene Training?
Beitrag von: Britta am 01. November 2002, 12:04:47
Wie funktioniert das Autogene Training (AT)?

Während des AT nimmt man über festgelegt Formeln Einfluss auf ansonsten nicht oder schwer beeinflussbare körperliche Vorgänge im vegetativen Nervensystem welches hauptsächlich Atmung, Blutkreislauf, Stoffwechsel, Wärme- und Wasserhaushalt reguliert. Dieses Vegetativum unterscheidet zwischen dem Sympathikus (der für die Phasen von Arbeit, Anspannung und Leistungsbereitschaft zuständig ist) und dem Parasympathikus (welcher für Phasen der Ruhe, Erholung, Regeneration, Verdauung und Ausscheidung verantwortlich zeichnet). Ziel des Trainings ist die – wie der „Vater“ des AT Schultz es nannte - organismische Umschaltung.  Wie kann es dazu kommen?
Als erstes muss man wissen, dass ein intensiver Gedanke immer die Tendenz hat, sich im Körper auszudrücken, zweitens, dass die Konzentration (Bewusstseinseinengung auf diese körperlichen Veränderungen) Vorrausetzung für einen vegetativen Funktionswandel ist und drittens Körper und Seele eine Einheit bilden.
Während des AT wir nun z.B. die Formel „Mein Arm ist schwer, ganz schwer“ geübt (gedacht) und sich auf diesen Arm und das Gefühl darin konzentriert. (..und der Arm ist ja wirklich schwer, er hat ein Eigengewicht, das kann man sich gut vorstellen...). Was passiert? – der Arm fühlt sich wirklich schwerer an.
Das AT spricht nun über verschiedene  Formeln diesen Anteil des Nervensystems an und veranlasst über dessen Reaktionen den Körper zu bestimmten Veränderungen – es kommt zum Überwiegen des parasympathischen Anteils, der organismischen Umschaltung.

Des weiteren kommt es durch regelmäßiges Üben während des AT zu einem gewissen Abstand zwischen dem „Ich“ und allen anderen Dingen, auch dem Körper ( Schultz nannte diesen Vorgang „Entichung“) – ein nicht unwesentlicher Faktor für die Tiefe der Entspannung.

Das AT ermöglicht dem vegetativen Nervensystem durch beständige Wiederholung des Funktionswandels, in den Zustand des Gleichgewichts zurückzugelangen. Autogenes Training fördert die jedem Körper innewohnenden Selbstheilungskräfte.

„Entspanntes Tun und Leben spart Kräfte für das Wesentliche“ (Schultz)


Titel: Rücknahme
Beitrag von: Britta am 19. November 2002, 19:28:50
Rücknahme

Etwas sehr Wichtiges beim Erlernen des AT ist die Rücknahme. Auch wenn sie erst am Ende des Trainings eingesetzt wird, muss sie als erstes geübt werden. Sie dient der „Rückkehr“ aus dem Entspannungszustand zur normalen Wachheit. Dies ist besonders dann wichtig, wenn z.B. vor einer Autofahrt oder in der Mittagspause geübt wird – der Chef findet es bestimmt nicht so toll, wenn du den Rest des Tages etwas „benebelt“ durch die Gegend läufst  :D  - und beim Autofahren kann es richtig gefährlich werden :!:  Die Rücknahme ist vergleichbar dem Räkeln und Strecken am Morgen und sollte nach jeder Übung gemacht werden. Ausnahme ist hier nur das Üben direkt im Bett vorm Schlafen – hier ist die Entspannung der ideale Übergang in´s Reich der Träume und sollte nicht vertrieben werden.

Wie geht nun diese Rücknahme? Sie besteht aus drei mit Bewegungen kombinierten Befehlen, die man sich selbst gibt:
1.   Arme fest! Dabei werden die Hände zur Faust geballt und 2mal mit Schwung Richtung Schulter bewegt
2.   Tief ein- und ausatmen! Arme nochmals anwinkeln und im großen Bogen nach oben strecken ( mit Schwung), die Fäuste öffnen und tief atmen
3.   Die Augen auf! und sich in Raum und Zeit orientieren
Diese Befehle müssen nicht laut erfolgen, es reicht wenn man sie denkt und dazu energisch die Bewegung ausführt. Dann noch  ein bisschen Strecken – und schon bist du wieder fit für die anstehenden Aufgaben.


Titel: autogenes training
Beitrag von: sadie am 28. Januar 2007, 15:19:30
hey welche erfahrungen habt ihr mit autogenem training gemacht.... Kann man es als alternative anerkennen??