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Autor Thema: Kräuter  (Gelesen 10948 mal)
Susi
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« am: 29. Januar 2003, 15:55:29 »

Sie sehen nicht nur schön aus,sondern haben auch wohltuende Kräfte.Heilpflanzen,Kräuter und Wurzeln dienen schon seit Jahrtausenden zur Herstellung wohltuender Tees,Tinkturen oder Salben.Mancherorts hält sich bis heute die Vorstellung aus Urzeiten,man könne sein Leiden auf Pflanzen übertragen,um sich davon zu befreien........

Hauptsächlich waren es große Bäume wie Linden oder Weiden sowie Holunderbüsche,denen man geheimnissvolle Schutzkräfte zuschrieb.Lange Zeit waren Pflanzen die einzigen Waffen gegen Krankheit und Gebrechen.So half der gelbe Odermenning schon vor tausend Jahren bei Entzündungen,der Muskateller-Salbei,heute fast vergessen,wurde bei Zahnfleischbluten empfohlen und der duftende Lavendel beruhigte bei nervöser Erschöpfung und Schlafstörungen.Als es gelang,Medikamente chemisch herzustellen,verlor die Naturmedizin allmählich an Bedeutung.Heute steht sie dagegen wieder in einer neuen,vielversprechenden Phase.Inzwischen werden natürlich gewonnene Pflanzenextrakte selbst von eingefleischten "Schulmedizinern" mehr und mehr zur Behandlung eingesetzt.Gegenüber herkömmlichen Medikamenten bietet die "Natur - Arznei"den Vorteil,dass sie in der Regel sehr sanft wirkt,kaum Nebenwirkungen zu befürchten und Wechselwirkungen der einzelnen Pflanzeninhaltstoffe so gut wie ausgeschlossen sind.Auch angesichts der zunehmenden Resistenz gegen Antibiotika bieten pflanzliche Heilmittel eine reizvolle Möglichkeit,die vielfältigen Symptome von Infektionskrankheiten zu lindern,um den Einsatz der "Chemischen Keule"schon im Vorfeld zu verhindern.Das oft nur mündlich weitergebene Wissen von heil-und pflanzenkundigen Frauen und Männern,in der Hauptsache Nonnen oder Mönche,ist zum Glück bis heute nicht verloren gegangen und liefert den Pharmakologen wichtige Hinweise zur Erforschung und Beweisführung.Die segensreichen Wirkungen der bei uns gängigen Heilpflanzen sind wissenschaftlich nahezu vollständig belegt.Manches konnte aber den Ansprüchen der modernen Medizin nicht genügen,da die isolierten Inhaltstoffe entweder unwirksam oder sogar gesundheitsschädlich waren,wie z.B. das Lungenkraut,das auf Grund seiner charakteristischen Blattform im Mittelalter gegen Lungenentzündungen eingesetzt wurde.Mittlerweile ist ein ganzes Heer von Pflanzenforschern weltweit auf der Suche nach neuen,vielversprechenden Gewächsen.Auf die Wissenschaftler wartet noch viel Arbeit : Es gibt auf der Erde etwa 400.000 Pflanzenarten,unter denen sich schätzungsweise 12.000 mit heilender Wirkung hervortun.Nur etwa 10 % der gesamten Vielfalt wurde bisher auf ihre Inhaltstoffe untersucht.
Wie kann man nun aus der vollen Apotheke der Natur schöpfen ? Zum einen kann man sich fixfertige Teemischungen oder Tinkturen in Apotheke oder Reformhaus besorgen - das ist die einfachste und sicherste Art.Eine andere Möglichkeit ist das sammeln von wildwachsenden Kräutern in der Natur.Der Vorteil dabei ist,dass Sie sich in der Natur aufhalten und beim Suchen von Kräutern und Pflanzen wieder einen Blick dafür bekommen,was uns die Umwelt alles bietet.Viele medizinisch wirksame Pflanzen wachsen wenig beachtet als "Unkraut" am Wegesrand,wie etwa der Huflattich oder die Brennessel.Für einen passionierten Kräutersammler gibt es beinahe kein schöneres Gefühl,als nach einem sonnigen Tag im Freien die Ernte auszubreiten und sich über das Ergebnis zu freuen.Die Pflege der Kräuter,ihr Anblick und Duft - schon diese Sinnesreize können heilend wirken.Im übrigen ist ein selbst geernteter Salbeitee im Geschmack nicht zu vergleichen mit einem gekauften Gemisch.


Beim Sammeln sollten Sie folgendes beachten :

* Einige Pflanzen stehen unter Naturschutz und dürfen nicht gepflückt werden.
* Sammeln Sie nur Pflanzen,die Sie sicher kennen.Die Verwechslungsgefahr mit ähnlichen,manchmal giftigen Pflanzen ist für Ungeübte groß.
* Nur weitab von Autobahnen,Straßen,Einflugschneisen und Ackerrändern sammeln und auf verschmutzte Pflanzen verzichten.
* Die Pflanzenteile vorsichtig mit Messer und Schere abschneiden und am besten in einem luftdurchlässigen Korb aufbewahren.Platiktüten sind nicht empfehlenswert.
* Niemals einen ganzen Bestand abgrasen,damit die Natur eine Chance hat,auch im nächsten Jahr wieder ausreichend Pflanzen gedeihen zu lassen.
* Die beste Sammelzeit ist die Mittagszeit,weil sich die meisten Blüten dann geöffnet haben,den größten Nektar - und damit Heilstoffgehalt aufweisen und die Pflanzen gut trocken sind.
* Die Ernte frisch für Tee verwenden oder in einem möglichst dunklen,trockenen Raum trocknen.Stengel als Strauß aufhängen,Pflanzenteile oder Wurzeln auf einem gespannten Leintuch oder Papier ausbreiten.Nicht länger als 5 Tage trocknen,eventuell mit Mikrowelle oder Herd nachhelfen.
* In lichtundurchlässigen Dosen nicht länger als ein halbes Jahr aufbewahren - durch lange Lagerung gehen die meisten Wirkstoffe verloren.
* Die Vorräte gut beschriften,um Verwechslungsgefahren auszuschließen,und regelmäßig auf Ungeziefer - und Schimmelpilzbefall kontrollieren.

Sanft,aber nicht gefahrlos

Natürlich können Sie Heilkräuter auch auf der Terasse oder im Garten kultivieren.Für die meisten Heilpflanzen gibt es inzwischen Samen zu kaufen.Sie sind im allgemeinen recht genügsam,müssen nicht gedüngt werden und brauchen lockeren,durchlässigen Boden ohne Staunässe und reichlich Sonne.Doch ganz gleich,ob Sie sich in der freien Natur bedienen oder einen Kräutergarten anlegen - der Umgang mit Heilpflanzen setzt immer das genaue Wissen um die jeweilige Pflanze und ihre Wirkung sowie die fachgerechte Auf und Zubereitung voraus.Schon im Mittelalter wusste man um die zwiespältige Wirkung vieler Kräuter.Das attribut "natürlich" darf nicht darüber hinwegtäuschen,dass Heilpflanzen immer auch medizinisch wirksam sind.Nicht umsonst werden sie von Pharmazeuten deshalb als "Drogen" bezeichnet.Mit Petersilie sollten beispielsweise Schwangere vorsichtig sein,weil es dem Embryo schaden kann.Salbei kann mitunter zu Sehstörungen und Schwindel führen.Und die Wirkstoffe der Minze verursachen in hohen Dosen vor allem bei Kindern Schleimhautreizungen oder gar Vergiftungen.Manchmal zeigt sich die Wirkung einer Droge erst nach Wochen (z.B.beim Johanniskraut),andere,wie beispielsweise die meisten Tees,müssen kurmäßig angewandt werden.


Bei der Selbstbehandlung sollten Sie folgendes beachten :

* Wer zu Allergien neigt,sollte vor der Einnahme den Arzt befragen (vor allem bei der innerlichen Anwendung)
* Ohne ärtzliche Rücksprache nicht gleichzeitig pflanzliche und synthetische Präparate einnehmen,um Wechselwirkungen auszuschließen.
* Tritt nach 5 - 7 Tagen keine Besserung der Beschwerden ein,sollte man den Arzt aufsuchen.
* Grundsätzlich sind Heilpflanzen nicht zum Dauergebrauch geeignet.

Schaden oder Nutzen kann man nur abwägen,wenn man sich über die Kräuter eingehend informiert.Wer Kräuter selbst sammelt oder anbaut und sie in Eigenregie verwendet,kommt deshalb nicht ohne entsprechendes Studium der Literatur und Weiterbildung aus.Eine sehr unterhaltsame und anschauliche Möglichkeit dazu bieten Heilkräuter - Exkursionen,geführte Wanderungen oder der Besuch einer der vielen Heilpflanzen - Gärten,wie sie in fast allen Regionen Deutschlands angeboten werden.

Hier ein paar Anregungen :

Der Heilkräuter - Lehrpfad Löffingen - Dittishausen führt durch eine abwechslungsreiche Landschaft.Die geführte Wanderung ist 6 Kilometer lang,viele Pflanzen werden auf Tafeln vorgestellt. ( Info : Kurverwaltung Löffingen )
Der Heilpflanzen - Garten im Kloster Reichenau wurde 1991 nach Original - Aufzeichnungen angelegt und ist jederzeit frei und kostenlos zugänglich.Führungen organisiert die Arbeitsgemeinschaft Naturpädagogik Bodensee,die auch "Kulinarische Kräuterwanderungen" und "Wildkräuter - Kochkurse" anbietet.
Die Freiburger Heilpflanzenschule hat Heilkräuter - Exkursionen im Programm,in der Heilpraktikerin Ursel Bühring viel Nützliches zu Anbau,Nutzen und Zubereitung von Heilpflanzen erklärt.
Der Botanische Garten in Leibzig besitzt eine große Sammlung von Arznei - und Gewürzpflanzen,durch die ein Pharmakologe oder Botaniker nach Anmeldung führt.
Literatur :
M.Bocksch:"Das praktische Buch der Heilpflanzen : Kennzeichen,Heilwirkung,Anwendung,Brauchtum"
BLV Verlag,€ 15,95,ISBN 3-405-14937-1.

Text : Simone v. Laffert aus der Zeitschrift : Ratgeber Frau und Familie,Ausgabe August
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Der Mensch strebt danach,das Leben außerhalb seiner selbst zu finden,
und begreift nicht,daß das Gesuchte in ihm selber liegt.


Mfg Susi
Cascaya
Gast
« Antwort #1 am: 22. Juli 2003, 11:05:41 »

Hallo,
ich habe gehört das viele Kräuter und Gewürze heilend wirken.
Giebt es irgendwo eine Tabelle die schön übersichtlich, so das ich weiß was für was gut ist?

Danke schonmal im vorraus
Gruß
Cascaya
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Silvia
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« Antwort #2 am: 24. Juli 2003, 08:58:13 »

Hallo,

hab mich mal schlau gemacht im Internet hier findest Du eine ganz nette Seite zu Beschreibungen von verschiedenen Kräutern:

http://pharm1.pharmazie.uni-greifswald.de/systematik/1_ti_reg/reg-arzn.htm

und hier auch:
http://www.hexenwelt.de/pflanzen/index.htm

Beste Gruesse
Silvia
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emuthmann
Gast
« Antwort #3 am: 03. März 2005, 09:46:49 »

Hallo,

nachfolgender Link gibt Dir auch eine Übersicht und Beschreibung:

 
defekten link entfernt - Ursula

Grüße
E. Muthmann
« Letzte Änderung: 09. Juli 2007, 13:44:13 von Ursula » Gespeichert
daPeter
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« Antwort #4 am: 09. Juni 2005, 16:30:11 »

Eine große Anzahl von Kräutern findest Du auch unter http://www.heilkraeuter-lexikon.de
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Silvia
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« Antwort #5 am: 13. Juni 2005, 14:13:47 »

Hallo Peter,

danke fuer den Link der ist ganz gut !!!!

Beste Gruesse
Silvia
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daPeter
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« Antwort #6 am: 17. Juni 2005, 21:58:15 »

gern geschehen...
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